2009

arrow … um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und
unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.
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Lk 1,79


Ökumenisches Friedensgebet 2009 (Titel)

Ökumenisches Friedensgebet 2009 | Foto: Tony Nwachukwu

Mit einem Appell zur Solidarität mit den Opfern des über zwanzigjährigen Bürgerkrieges im Süden des Sudan startete das Internationale Katholische Missionswerk missio in das Jahr 2009: In ihrem siebten Ökumenischen Friedensgebet bitten missio, der Deutsche Katholische Missionsrat und das Evangelische Missionswerk in Deutschland die Christen, sich um Frieden und Versöhnung zu bemühen.

Mit einem Aufruf aus dem Lukas-Evangelium, „allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens’“ (Lk 1,79) sensibilisiert das Gebet für die Situation süd-sudanesischer Flüchtlinge. Der Bürgerkrieg zwischen dem muslimisch geprägten Norden und dem überwiegend christlichen Süden kostete rund zwei Millionen Todesopfer. Zwischen 1983 und 2005 flohen viereinhalb Millionen Südsudanesen. Selbst nach dem Friedensabkommen von 2005 herrscht an vielen Orten noch immer Gewalt. Dörfer und Infrastruktur sind großteils zerstört. Die Rückkehr ist für viele Flüchtlinge gefährlich. Eine ganze Generation ist im Exil aufgewachsen und kennt ihre Heimat nur aus Erzählungen.

Der Autor des diesjährigen Friedensgebets ist der Bischof von Torit, Akio Johnson Mutek. Seine Diözese im Südosten des Sudan wurde am 2. Mai 1983 gegründet, zwei Wochen vor Beginn des Bürgerkriegs. Bischof Mutek setzt sich in seiner Friedensarbeit für eine differenzierte Sicht auf den Islam ein und sucht das Gespräch mit gemäßigten Muslimen.


Das Gebet

Jesus Christus,
überall sehe ich zerstörte Gebäude,
gebrochene Menschen, aufgegebene Traditionen,
gebrochene Herzen und zerstörte Beziehungen.
Diese Zerbrochenheiten zeigen
die Gewalt und Brutalität des Krieges.

Jesus Christus,
überall sehe ich verlassene Felder und Häuser,
auf der Flucht auseinandergerissene Familien,
Menschen ohne Heimat und Hoffnung.

Aber Dein zerbrochener Leib in der Eucharistiefeier
bewirkt Versöhnung, Verzeihung, Hoffnung
und den inneren Frieden der Geschlagenen.
Deine Liebe kann zerstörten Menschen
Einheit, Frieden und neue Hoffnung bringen.

Wir beten für unsere Brüder und Schwestern,
die auf der Suche nach Frieden und Befreiung
im Sudan gestorben sind.
Die meisten von ihnen haben Angehörige verloren …
Wir beten für sie und stehen ihnen in ihrer Trauer bei.
Wir wollen die Haltung der Gleichgültigkeit ablegen,
wir wollen uns umeinander kümmern
und für alle Menschen da sein.

Wir beten für unsere Brüder und Schwestern,
deren einzige Hoffnung auf Leben in der Flucht lag.
Wir beten für sie, dass sie Kraft und Hoffnung
auf Rückkehr in die Heimat haben,
um eine Gemeinschaft in Frieden aufzubauen.

Wir beten für die verwundeten Kämpfer
und Nichtkämpfer um Frieden und Versöhnung.
Wir beten für sie, dass ihre im Krieg
erlittenen Verletzungen und ihr Blut nicht weiter
Zwietracht und Krieg säen, sondern den Menschen
des Sudan Frieden und Einheit bringen.

Wir erbitten den Segen Gottes für alle Menschen,
die anderen in Dunkelheit und Not
beistehen und Hoffnung schenken.

Wir danken Gott für diese Menschen,
die in schweren Zeiten Schwester und Bruder sind.

Sie haben gehandelt wie die Gerechten der Welt,
denen Jesus sagt: „Denn ich war hungrig, und
ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig,
und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd
und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank, und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.“
(Mt 25,35-36)

Wir wollen uns mit allen Menschen guten Willens
und mit Gottes Hilfe um Frieden und Versöhnung
bemühen, „um allen zu leuchten, die in Finsternis
sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte
zu lenken auf den Weg des Friedens.“ (Lk 1,79)
Amen.

nach einem Weihnachtsgruß von
Bischof Akio Johnson Mutek
Bischof der Diözese Torit, Sudan


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